PerioSafe-ImplantSafe
 

PerioSafe/ImplantSafe

aMMP-8 zur Gewebeabbau-Früherkennung

aMMP-8 ist ein früher Risikomarker für versteckten Abbau von gingivalem, parodontalem und/oder periimplantärem Weich- und Hartgewebe – oft bevor Anzeichen einer Entzündung oder eines Attachmentverlusts klinisch sichtbar werden. Der PerioSafe-Schnelltest kann also Hinweise liefern auf das Risiko einer fortschreitenden destruktiven Erkrankung des Zahnhalteapparats, die ggf. erst Wochen oder Monate später mittels Sonde oder Röntgen objektivierbar wird.

Was genau ist eigentlich aMMP-8 und welche Funktion hat es?

aMMP-8 steht abgekürzt für ‚aktivierte Matrix-Metall-Proteinase 8‘. Dabei handelt es sich um ein Kollagenase-abbauendes Enzym. Kollagenasen, wie aMMP-8, finden sich fast überall im menschlichen Körper. Sie werden bei physiologischen Umbauvorgängen benötigt, z. B. bei der Entwicklung des Embryos, dem Nervenwachstum oder der Angiogenese. Auch bei den meisten pathologischen Vorgängen sind MMP beteiligt, u. a. bei Arthritis, Tumorerkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Wundheilung und Parodontitis.

Welche Rolle hat aMMP-8 in der Entstehung einer Parodontitis/Periimplantitis?

Bakterien des dentalen Biofilms setzen bakterielle Abfallprodukte frei, die das Zahnfleisch reizen können. Sobald das parodontale Gewebe eine Entzündungsreaktion startet, aktivieren und sezernieren Immunzellen (Granulozyten) das Enzym MMP-8. Dieses zerschneidet das dichte Netz aus Kollagenfasern, damit sich Abwehrzellen zum Infektionsherd hinbewegen können. Wie eine „Machete im Kollagen-Dschungel“ bereitet aMMP-8 den Weg für Granulozyten, Makrophagen und Osteoklasten.
In Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren (z. B. Genetik, allgemeiner Gesundheitszustand, Rauchen, Hormonelle Veränderung, Stress, Diabetes etc. ) kann es nun zu einer chronischen Überreaktion auf den bakteriellen Angriff kommen. Während der Entwicklung einer Parodontitis verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten der aMMPs, die in der Folge in erhöhter aktiver Konzentration vorliegen. Das durch die immuno-inflammatorische Wirtsreaktion geschädigte parodontale Gewebe kann eine Eintrittspforte für orale Bakterien in den Blutkreislauf sein. In der Folge kann es zu einer chronischen subklinischen Bakteriämie kommen.

Wie gelangt aMMP-8 in den Speichel?

aMMP-8 wird durch die Sulkusflüssigkeit, die am Zahnhals zwischen Zahn und Zahnfleisch kontinuierlich austritt, in den Mundraum abgegeben. Auf diese Weise ist aMMP-8 mit PerioSafe diagnostisch erfassbar.

Wozu wird aMMP-8 gemessen?

aMMP-8 ist das Schlüsselenzym für die Gewebedestruktion im Rahmen einer Parodontitis. Es baut in seiner aktiven Form fibrilläre Kollagenstrukturen ab und ist auch mit der alveolären Knochendestruktion assoziiert. Die Freisetzung von aMMP-8 ist zurzeit der alleinige Beweis, ob sich das Gewebe zum Zeitpunkt der Messung in einem kollagenolytischen Abbau befindet oder stabil ist. Damit ist aMMP-8 ein objektiver, diagnostischer Marker zur Erkennung des Zeitpunkts ab dem parodontales Gewebe abgebaut wird und ebenso ein Marker für die periimplantäre Gewebedestruktion.

PerioSafe kann insbesondere bei Risikogruppen helfen, bisher unentdeckte parodontale Entzündungen anzuzeigen. Dadurch kann frühzeitig eine Prophylaxe eingeleitet werden, idealerweise bevor Symptome auftreten.

Welche Aussagen kann der aMMP-8-Test PerioSafe/ImplantSafe liefern?

aMMP-8 ist kein Entzündungsmarker, sondern ein „Destruktionsmarker“, d.h. ein Biomarker für akut vorliegenden, akut verlaufenden Gewebezerfall, der erst Wochen oder Monate später mittels Röntgen oder Sonde objektivierbar wird.  Wird aMMP-8 in erhöhter Konzentration gemessen, so bestätigt das die akute kollagenolytische Zerstörung der gingivalen, parodontalen und/oder periimplantären Weich- und Hartgewebe.

Ein negatives Testergebnis ist zusammen mit einem unauffälligen klinischen zahnärztlichen Befund ein Indiz für kein Risiko oder nur ein geringes Risiko für eine parodontale Entzündung mit Gewebeabbau. Deshalb kann ein negatives Testergebnis nach einer parodontalen Therapie bedeuten, dass die eingeleiteten / durchgeführten therapeutischen Maßnahmen erfolgreich waren.

Der aMMP-8 Test schließt die bisherige Lücke zwischen konventionellen diagnostischen Methoden wie BOP, Sonde, Röntgen und Bakterientests.

Welche Technologie steckt im PerioSafe/ImplantSafe-Test?

PerioSafe ist ein immunologischer Schnelltest für den qualitativen Nachweis von aktivierter Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) in einer durch Mundspülung gewonnenen Probe.
ImplantSafe ist ein immunologischer Schnelltest für den qualitativen Nachweis von aMMP-8 in einer mit Hilfe von GCF/PISF Entnahmestreifen aus periimplantärer Sulkusfluid gewonnenen Probe.

Beide Tests basieren auf einem Lateral Flow Immunoassay und verwenden die hochspezifischen, aus der wissenschaftlichen Literatur von Prof. Dr. Timo Sorsa, University of Helsinki, bekannten, monoklonalen Antikörper 8706 und 8708.

Wie sicher sind Biomarker Tests zur Bestimmung von aMMP-8?

Neueste quantitative Untersuchungen1 bestätigen die bereits 2003 von Mäntylä et al.2 im Schnelltest mit den monoklonalen Antikörpern 8706 und 8708 ermittelten diagnostischen Leistungsdaten für chronische Parodontitis:

Schnelltest Quantitativer Test
Sensitivität 0,83 0,95
Spezifität 0,96 0,98
Positiver Vorhersagewert (PPV) 0,90
Negativer Vorhersagewert (NPV) 0,98

1. Hernandez M et al. Submitted data unpublished
2. Mäntylä P et al. J Periodontal Res. 2003;38:436-9.

 

Weitere Informationen zum PerioSafe Testverfahren, Anwendungsvideos und Anleitungen finden Sie hier.